Im Jahr 2001 habe ich mein erstes Unternehmen gegründet. Es war eine Agentur in der Veranstaltungsbranche. Schon während meiner Erstausbildung hatte ich damit begonnen, als DJ meine Liebe zur Musik mit Leuten zu teilen und sie zum Tanzen zu bringen. Nach meiner Ausbildung zum KFZ-Mechaniker wollte ich davon leben. Mein Unternehmen wuchs schnell, das Team zählte zeitweise über 40 Personen und war in der ganzen Schweiz und selten sogar im Ausland tätig.
Aber zurück zum Thema: Ich hatte anfangs keine Ahnung vom Business, aber ich habe geliebt, was ich getan habe. Das war zwar eine Grundlage, aber noch kein Geschäftsmodell. Und ich hatte weder Geld für eine Firmengründung noch konnte man damals allein eine GmbH gründen. Also habe ich meinen Vater gebeten, mir Geld zu leihen und mit mir eine Firma zu gründen. Obwohl er absolut gar keinen Bezug dazu hatte, was ich machen wollte und wie sich davon ein Lebensunterhalt verdienen lassen könnte, hat er eingewilligt. Seine Bedingungen waren nur, dass ich ihm ehrlich sagen sollte, wie es läuft und dass ich ihm das Geld in 5 Jahren zurückzahlen sollte. Beides habe ich getan – die Rückzahlung bereits nach 2 Jahren.
Ist es erstrebenswert, in eine Firmengründung zu investieren – als Elternteil? Absolut. Unter allen Umständen? Nein. Es sollte etwas Legales sein. Viel wichtiger: Die Gründungsperson sollte dafür brennen und sich auf das Thema fokussieren – und das nicht erst seit 2 Monaten. Und noch wichtiger: Die Person sollte bereit sein, sich einzusetzen.
Ich selber habe wahrscheinlich über 5 Jahre lang über 60 Stunden pro Woche gearbeitet und keine Ferien gemacht – und das bei einem sehr tiefen Lohn. Und noch ein Gedanke: Es ist mit Sicherheit besser, wenn du als Eltern in das Unternehmen deiner Kinder investierst, als wenn es irgendein Investor tut, der nur Rendite sehen will. Ich bin jedenfalls meinem Vater noch heute dankbar. Was waren meines Erachtens die wichtigsten Faktoren, dass es so gut geklappt hat? Vertrauen (in mich und meine Idee), machen lassen und sich über die Erfolge gemeinsam freuen.
Unternehmerische Grüsse
Martin Aue