Ich streike!?

«Die Mitarbeitenden haben ihre Arbeit heute niedergelegt, um bessere Anstellungsbedingungen zu erwirken.» So kann man es auch nennen, wenn gestreikt wird. Ich sage es ganz ehrlich: Ich verstehe es bis heute nicht, was eine temporäre Arbeitsverweigerung mit höheren Löhnen oder kürzeren Arbeitszeiten zu tun hat. Wer kommt auf die Idee, seinem Arbeitgeber zu schaden, um mehr zu fordern? Wenn ein Unternehmen den Mitarbeitenden mehr bieten beziehungsweise bezahlen soll, braucht es zufriedene Kunden und gute Erträge. Und beides leidet, wenn die Kunden nicht bedient werden, obwohl sie dafür bezahlt haben.

Eine gute Grundlage für Verhandlungen über Anstellungskonditionen ist: gute Arbeit. Zusätzlich empfiehlt sich ein Miteinander statt eines Gegeneinanders – wie in vielen anderen Lebenssituationen auch.

Nehmen wir mal an, du hältst Milchkühe und möchtest, dass du sie öfters melken kannst und dabei auch mehr Milch geben. Wie sinnvoll wäre es dann, den Tieren weniger Futter zu geben und sie kaum schlafen zu lassen? Als vernünftiger Mensch würdest du so etwas nicht tun. Genauso wenig glaube ich, dass engagierte Mitarbeitende von sich aus auf die Idee kommen, zu streiken. Oft werden sie dazu angestachelt – zum Beispiel von Gewerkschaften. Manche dieser Organisationen betrachten Unternehmen wie Milchkühe oder wie Geldtöpfe, die sich von selbst füllen.

Es ist also wenig sinnvoll, dem eigenen Arbeitgeber zu schaden, nur um eine Forderung durchzusetzen. Als Einzelperson oder kleines Team ist der wirksamste Weg: gute Arbeit leisten, sich einbringen und zum Erfolg des Unternehmens beitragen. Auf dieser Basis kannst du das Gespräch mit deinen Vorgesetzten suchen. Wenn du für das Unternehmen wertvoll bist, findet ihr mit Sicherheit gemeinsam eine gute Lösung.

In grösseren Teams könnt ihr euch zudem in einem Betriebsrat organisieren, der den strukturierten Dialog mit dem Arbeitgeber übernimmt.

No-Gos sind Drohungen, Streiks und gezielt manipulativ einseitige Presseberichte.

Unter keinen Umständen streikende Grüsse
Martin Aue

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