problem and solution concept

Zwei Seiten des Wachstums

Erfolgsbrief

Baum

Kürzlich wurde mir eine spannende Frage gestellt: Stehen immer mehr Wachstum, Umsatz und Kunden nicht im Widerspruch zu ganzheitlichem Denken, Spiritualität und Pilgern auf dem Jakobsweg? Hier ist mein persönlicher Kommentar zu meinem neuen Buch, welcher die Frage angeregt hat.

Mit dem Buch «Einfach Kunden gewinnen» ziehe ich Bilanz aus 20 Jahren Erfahrung als Unternehmer und Berater. Entstanden ist eine wirkungsvolle Strategie zur Kundengewinnung. Worum geht es und was bewirkt eine gute Marketingstrategie für Klein- und Mittelbetriebe? Das Wurmprinzip ist ein logisches Modell für Unternehmer und Marketingverantwortliche. Richtig angewendet bewirkt es Folgendes: Es kommen (mehr) Anfragen von Kunden rein – von selbst. Dabei geht es nicht darum, Kunden mit irgendwelchen Tricks anzulocken. Das Wurmprinzip stellt das Kundenbedürfnis ins Zentrum und zeigt einen Weg, über eine einzigartige Positionierung und die Wahl der richtigen Marketingmassnahmen Kunden die eigene Kompetenz aufzuzeigen. Im Buch erzähle ich die Geschichte des Unternehmers Thomas Fürst, der sein Unternehmen an seinen Sohn übergibt. Auf einer Reise auf dem Jakobsweg tauschen sich die beiden darüber aus, was das Unternehmen nach einer Krise wieder erfolgreich gemacht hat. Verständlich, spannend und für jeden nachvollziehbar und umsetzbar.

Hier sind ein paar Gedanken zur Frage: Vielen Unternehmen geht es nicht um mehr Kunden und mehr Umsatz. Interessanterweise höre ich öfter das Wort Kapazitätsengpass als das Wort Flaute. Viele KMU wissen zurzeit nicht, wie sie alle Aufträge umsetzen sollen und wo sie gute Mitarbeiter herbekommen. In diesem Fall geht es um etwas anderes: Wie komme ich mit wenig Aufwand zu interessanten Anfragen von den richtigen Kunden. Oder anders gefragt: Wie reduziere ich Kosten und Aufwand in der Kundengewinnung und Auftragsakquise?

Das andere Thema ist das folgende: Wer sagt, dass Askese der Schlüssel zum Glück ist? Ich denke sehr wohl, dass Wachstum der Natur entspricht. Die Frage ist nur, welches Wachstum. Du kannst auch geistig oder persönlich wachsen und nicht nur materiell. Auch das hat sehr viel mit Business zu tun. Ich bin mir nämlich sehr sicher, dass die Persönlichkeit des Unternehmers einen sehr viel grösseren Einfluss auf den geschäftlichen Erfolg hat als irgendeine Werbestrategie.

Dass immer mehr Konsum nicht glücklich macht, steht meines Erachtens fest. Ohne Konsum beziehungsweise ohne Hab und Gut zu leben, kann – insbesondere in der Schweiz und als Familie – auch nicht wirklich der Schlüssel zum Glück sein.

Kurz und bündig: Ich bin durchaus der Meinung, dass es gesund ist, sich über Wachstum Gedanken zu machen – in welchem Bereich auch immer. Wer aber danach strebt, immer mehr zu verdienen, um immer mehr zu konsumieren, ist vermutlich auf dem falschen Weg.

Wachsende Grüsse
Martin Aue