problem and solution concept
Wie berechnest du deine Arbeitsstunde? Um der Sache auf dem Grund zu gehen, müssten wir vielleicht definieren, wie viele Stunden du überhaupt berechnest. Lass uns ein Beispiel einer „normalen“ Woche machen.

Die Brutto-Arbeitszeit

Es gibt Unternehmer und Führungskräfte in Unternehmer, die voller Stolz von ihren 80-Stunden-Wochen erzählen. Ich finde das nicht nur ungesund sondern vor allem unnötig. Lass es mich mal so ausdrücken, wenn du 80 Stunden arbeitest und dafür den dreifachen Gehalt eines Acht-bis-fünf-Mitarbeiters bekommst, ist das in Ordnung. Wieso dreifach? Lohn plus Überzeitzuschlag, Nachtzuschlag, Wochenend-Zuschlag und so weiter. O.K, sagen wir das 2.5-fache. Also, wenn du Gas gibst, strebsam bist und einen guten Lohn hast, solltest du 45-50 Stunden arbeiten, mehr nicht.

Die Netto-Arbeitszeit

Wir kennen es alle. Bürokram, die lieben Behörden und alle anderen Organisationen, die etwas von uns wollen, Papierkram, Buchhaltung und so weiter. Nicht vergessen ist hier die Fahrt zum Kunden. Du kannst nicht immer produktiv arbeiten. Der Erfahrungswert ist 25%, ergo kannst du 12 Stunden pro Woche abziehen.

Und danach kommen die Kosten.

Lass uns mal die wichtigsten Komponenten aufrechnen.

Nettolohn

Ein Unternehmer oder eine Führungsperson braucht einen gescheiten Lohn, wenn sie 50 Stunden arbeitet sowieso. Rechnen wir mal mit CHF 6’000-10’000.-. Du findest das zu viel? Unternehmer tragen Verantwortung und leisten Einsatz, also muss ein gescheiter Lohn drin liegen. Du findest das zu wenig. OK. Lass uns später darauf zu sprechen kommen.

Variable Kosten

Hier wird’s leider richtig teuer. Mit AHV, Pensionskasse und lohnabhängigen Versicherungen kannst du mit Kosten im Faktor 1.4-1.5 des Nettolohns rechnen. Zusätzlich schlagen Ferien, Krankheit und Weiterbildung mit 1.15 zu Buche.

Fixkosten

Viele Unternehmer vergessen, dass sie Fixkosten mittragen. Bei der Kalkulation eines Mitarbeiters ist ihnen das klar. Bei sich selber geht es aber gerne vergessen. Hier nur einige Beispiele: ein schönes Büro oder eine Lokalität an zentraler Lage: CHF 500.- / Monat, Parkplatz oder Zugabo: CHF 150.- / Mt, Versicherungen (pauschal, nicht lohnabhängig), Geschäftstelefon, Spesen und Mobiliar: Total CHF 500.-/Mt, Kostenanteil diverse Kosten (Werbung, Steuern, Buchhaltung / Abschluss, Drittkosten Staat und Kanton und so weiter): CHF 500.- / Mt. Jetzt lass uns das mal auf deine Nettostunden beziehungsweise die Kosten rechnen: 38 produktive Nettostunden pro Woche also 152 im Monat müssen Kosten von knapp CHF 15’500.- tragen. Und was ergibt sich daraus? Deine Stunde muss ohne Gewinn zu machen, bei maximal 50 Std pro Woche und mit einer Auslastung beziehungsweise produktiven Zeit von 75% (was hoch ist) CHF 102.- betragen. Selbstverständlich noch zu addieren sind Infrastrukturkosten wie Amortisation, Miete oder Leasing von Maschinen, Fahrzeugen und anderer Infrastruktur. Wenn du wieder einmal stundenlang etwas unbedingt selber machen willst, denke an die Kosten. Deine Stunden kosten deine Firma (wenn die Firma dir gehört oder du selbstständig bist, dich) Geld. Also: Konzentriere dich auf das was Geld einbringt und gib diese Arbeiten, die du billiger einkaufen kannst, jemandem anderes zu machen. Billiger heisst hier übrigens auch zu einem höheren Stundenansatz dafür schneller. Habe ich dir weitergeholfen? Liebe Grüsse Martin Aue