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Gehen wir zusammen rollerbladen?

Erfolgsbrief, KMU-Marketing

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Wie viele Post-its hast du heute benutzt? Und wie sieht es mit den Tempos aus? Sorry, aber sehr wahrscheinlich waren es keine Post-its, sondern Klebenotizen. Und geschnäuzt hast du unter Umständen auch nicht in ein Tempo, sondern du hast ein Papiertaschentuch benutzt. Und die im Betreff angesprochene Sportart heisst auch nicht Rollerbladen, sondern Inlineskaten.

Worum geht es mir mit diesem Beitrag?
Wenn in deinem Kopf nicht mehr eine Sache, sondern eine Marke verankert ist, nennt sich das «Gattungsware». Konkret hat sich ein Produkt so stark sichtbar gemacht, dass du dir den Namen des Produktes als Synonym für die ganze Produktgattung gemerkt hast. Was ist schlecht daran? Nichts. Der Anbieter hat alles richtig gemacht. Nur fällt es dir bei Gattungsware-Produkten als Kunde schwerer, zwischen Produkten verschiedener Hersteller neutral zu entscheiden. Der Grund dafür ist, dass es sich bei den Rollschuhen mit allen 4 Rädern in einer Reihe deiner Meinung nach generell um Rollerblades handelt und nicht um Inlineskates. Du meinst also, mit Rollerblade das Original zu kaufen und alles andere seien Kopien – und damit von einer minderen Qualität. Auch wenn es sich bei Rollerblade wirklich um den Pionier handelt, gibt es wahrscheinlich einige mindestens gleichwertige Rollschuhe aus anderen Häusern. Und zudem sind Produkte von Mitbewerbern gegenüber Produkten der Gattungsware oft günstiger.

Doch wie wird ein Produkt, beziehungsweise eine Marke, zur Gattungsware?
In erster Linie geht es darum, der erste in den Köpfen der Kunden zu werden – und zwar auf einem bestimmten Markt. Zu diesem Zweck muss das Produkt nicht unbedingt das erste am Markt sein, aber das erste, das gut kommuniziert wird. Eine andere Möglichkeit ist, einen neuen Markt abzugrenzen. Rollerblade zum Beispiel steht nicht für Rollschuhe, sondern für Inlineskates – und somit für einen Teilbereich des Marktes Rollschuhe. Was tust du also als Anbieter konkret? Setze dich auf einen Ast, auf welchem noch niemand sitzt und dann setze dich geschickt in Szene.

Herzliche Grüsse
Martin Aue